Hallo liebe Kletterfreunde!

Roca España - Sportklettern in den Pyrenäen und Aragón

Neuer Kletterführer: Roca España
“Sportklettern in den Pyrenäen und Aragón”

Heute hatten wir uns vorgenommen mit mäßiger Geschwindigkeit zum Einstieg zu laufen. Die morgendlichen Wetterennen zum Einstieg hatten wir endgültig satt. Ein ruhiger und entspannter Tag sollte es werden. Doch Carlos entdeckte eine weitere Seilschaft die schnellen Schrittes näher kam. Also legten wir auch an Geschwindigkeit zu. Weit konnte es zum Einstieg eh nicht mehr sein. Doch an diesem Morgen war alles anders. Wir stiegen höher und höher und verglichen immer wieder die umliegenden Wände mit unserem kleinen Bildchen, das wir in mieser Qualität und dann noch schwarzweiß aus dem Internet ausgedruckt hatten. Viele Infos zu der Route hatten wir leider auch nicht. In einer kurzen Beschreibung wurde die Felsqualität mehrmals in höchsten Tönen gelobt. Und genau das suchten wir. Doch keiner der umliegenden Berge hatte auch nur annähernd das Aussehen wie unser gesuchter Berg auf dem inzwischen verwaschenen Ausdruck. Wieder verglichen wir die Karte mit den umliegenden Bergen. Im richtigen Tal waren wir, das war sicher, doch wo hatte sich diese SW-Wand versteckt? Wir querten mühsam weiter durch ein unangenehmes Geröllfeld. Langsamer sind wir geworden und die zwei hinter uns querten ebenfalls in unseren Spuren, doch dann stiegen sie zum nahen Wandfuß auf. Das war nicht unsere gesuchte Wand - soviel war klar. Plötzlich hatte das Wettrennen um den ersten Platz schneller ein Ende als uns lieb war. Vielleicht hätten die zwei uns bei der Suche helfen können? Also weiter um den Berg herum. Inzwischen querten wir direkt am Wandfuß, da wo das Geröll nicht so tief war. Carlos lief voraus und entdeckte wenige Meter über dem Boden einen alten Haken. War das der gesuchte Einstieg und unsere Route? Wir waren zu faul abzusteigen, um unser Bildchen mit der Wirklichkeit zu vergleichen. Eine kurze Brotzeit brachte auch keine Klarheit. Heute musste ich die erste Seillänge meistern. Gestern war Carlos dran. Also ging es los. Besonders schwer war es nicht, der erste Haken wurde geklinkt, besonders vertrauenerweckend sah er nicht aus, doch weiter oben bei einer seichten Verschneidung konnte ich einen guten zweier Camalot versenken. Die Verschneidung hinauf zu einem schwachen Band, da wähnte ich den Stand. Doch es war nichts zu finden. Überall auf dem Band lagen Geröll und kleine Blöcke. Nach langer Bastelarbeit gelang es mir, einen schlechten Stand zu bauen. Carlos kam nach und staunte nicht schlecht. Über uns steilte sich die Wand gewaltig auf. Der splittrige weißgelbe Fels lies nichts gutes erwarten. Hinauf oder hinunter? Carlos war für abseilen und ich hatte auf den “Bruch” auch keine Lust. Geschlagen saßen wir in der Sonne im Geröll am Wandfuß. Wir packten zusammen und stiegen ab. Wir querten auf unseren schwachen Steigspuren um den Berg. Von den zwei anderen Kletterern war nichts zu sehen. Sind sie gar nicht eingestiegen oder hatten die beiden ebenfalls nicht ihre Route gefunden?

Wir wünsche euch eine schöne Zeit beim Klettern. Und wer mal wieder über verstopfte Routen und Wettrennen zu den Einstiegen in den Dolomiten klagt, dem möchten wir die Monfalconi Gruppe in den Östlichen Dolomiten empfehlen. Doch wundert euch nicht wenn ihr die Einstiege nicht findet.

Euer Lobo-edition Team

Monfalconi Gruppe

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