Hallo liebe Kletterfreunde!
Ana Duque in Cavallers (Bild: Annika Müller)
In den letzten Wochen glichen sich die Anfragen bei Lobo-edition. “Wann habt ihr denn endlich Euren “Pyrenäen/Aragón” Sportkletterführer fertig?” Werbung für den Kletterführer und geplante Erscheinungstermine gab es ja zuhauf. Den letzten geplanten Erscheinungstermin für Herbst 2011 ließen wir abermals verstreichen wie so viele vorher auch - denn es gab noch einiges zu tun ... .
Von einem katalonischen Freund erfuhren wir, dass im Sommer einige neue Routen und Sektoren eingebohrt wurden, die unbedingt im Kletterführer enthalten sein sollten, war von ihm zu hören. Somit wurde im Herbst 2011 wieder die Ausrüstung gepackt und wir besuchten einige Gebiete erneut. Also nochmals nach Rapún. Bei der Müllkippe von Sabiñánigo sollte es einen neuen Sektor geben. Hier waren wir schon einige Male, doch den gesuchten Sektor haben wir leider nie gefunden. Doch mit Juans neuer Skizze sollte es diesmal ein Kinderspiel sein - so zumindest seine Aussage. Schon bei der Anfahrt war klar: wie so oft war seine Skizze wenig aktuell, da derzeit in dieser Gegend eine vollkommen überflüssige Autovia gebaut wird. Vor einem großen geschlossen Tor der Müllkippe endete abrupt unsere Fahrt. Ein lang gezogener niederer Fels war am Gegenhang zu sehen. War das unser gesuchter Fels? Vorerst konnten wir mit dem Fernglas keine Haken erspähen. Wir schulterten unsere Kletterrucksäcke und durchquerten ein kleines Tal, in dem ein übel stinkender in allen Farben schillernder Bach floss der seinen Ursprung in der Müllkippe hatte. Der niedere Fels war durch eine sorgsam für eine Hochspannungsleitung gerodete Schneise schnell erreicht. Doch Haken oder Begehungsspuren konnten wir auf der Nordseite keine finden. Vielleicht hat Juan sich mit der Ausrichtung vertan? Also querten wir am Wandfuß in der Hoffnung, auf der anderen Seite Haken vorzufinden? Die dschungelartige, dornige Vegetation reichte inzwischen bis an den Fels und nur mühsam kamen wir vorwärts. Es waren nur noch wenige Meter, dann konnten wir das erste Mal auf die Südseite des Felsens schauen. Zu unserer Überraschung befand sich dort ein großer Parkplatz für Baumaschinen der Baustelle. Wir querten durch riesige Caterpillar Kettendozer und Muldenkipper bis plötzlich zwei Quads herangerast kamen. Eines war schnell klar: der private Wachschutz der den Maschinenpark bewacht, hatte für unsere Felsensuche nicht ansatzweise Verständnis und drohte uns sofort mit der Guardia Civil, falls wir nicht umgehend das Gelände verlassen. Auf dem Rückweg fing es zu allem Überfluss noch an zu regnen. Doch diesmal wir wollten nicht aufgeben. Also begab ich mich erneut auf Felssuche und folgte einem breiten geschotterten Wanderweg, der parallel zum Zaun der um die Müllkippe errichtet wurde entlang führt. Zahlreiche Brücken erleichterten das Überqueren weiterer stinkender Bäche und Rinnsale die alle ihren Ursprung in der Müllkippe hatten. Am Horizont zeigte sich ein weiterer Fels doch je näher ich kam, desto schneller wurde klar, dass das wieder nicht der gesuchte Fels war, zudem er hinter dem hohen Zaun stand. Eigentlich hatte ich schon seit einiger Zeit beschlossen aufzugeben, doch ich war zu neugierig wohin dieser Weg führte. Einige glitschige quergelegte Hölzer erleichterten an einem steilen Hang den Aufstieg, dort wollte ich noch hinauf. Vielleicht hat man von dort oben einen etwas besseren Überblick? Und da lag er, der lang gesuchte Fels unmittelbar am Wanderweg. Da es inzwischen dunkel wurde konnten wir den Felsen erst am nächsten Tag besuchen. Die Kletterei auf dem löchrigen sandsteinartigen Kalk war trotz der Nähe zur Müllkippe überraschend schön.
Beinahe alle Fragezeichen konnten wir abarbeiten. Der Roca España “Pyrenäen/Aragón” ist nun endlich erhältlich. Doch der Führer war noch nicht fertig gedruckt, da erfuhren wir in einer Mail aus Spanien schon von neuen Sektoren und Routen ...
Doch das ist das Schöne an den Felsen in den Pyrenäen, dass bisher nur ein ganz kleiner Teil der Felsen erschlossen ist.
Lobo-edition unterstützt die aktiven Kletterer von Balaguer mit 150 Haken und 15 Standplatzketten, damit neue Routen erschlossen werden können und alte Routen saniert werden.
Wir wünschen Euch eine schöne Zeit am Fels.
Euer Lobo-edition Team
